Zoff zwischen Start-ups und Konzernen – Der Sinn des Gebens!

Der Sinn des Gebens! Warum Selbstlosigkeit in der Evolution siegt und wir mit Egoismus nicht weiterkommen.

Dieser Titel, dem gleichnamigen Buch von Stefan Klein entnommen, zeigt die Realität in aller Deutlichkeit. Wenn nicht gegeben wird, findet Kooperation nicht statt.

Ein aktuelles Beispiel:

Kooperieren junge mit etablierten Unternehmen, gibt es hohe Erwartungen. Oft werden sie enttäuscht, schreibt der Kurier am 13.6.2019.
https://kurier.at/wirtschaft/zoff-zwischen-start-ups-und-konzernen/400521817?xing_share=news :

Bei Kooperationen zwischen Start-ups und großen Konzernen stellt sich immer öfter Ernüchterung ein. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „After the Honeymoon Ends“ vom Strategieberatungsunternehmen Boston Consulting Group (BCG).

Auf Euphorie folgt Enttäuschung

Mehr als 40 Prozent der Gründer und 55% der Konzerne sind nach der Anfangseuphorie enttäuscht, dass ihre Ziele nicht erfüllt werden, sie keinen sichtbaren Umsatzzuwachs durch besseren Marktzugang erzielen oder neue Vertriebskanäle erschließen konnten. Das Frustpotenzial ist auf beiden Seiten besonders hoch, wenn Entscheidungen nicht schnell und transparent getroffen werden oder das Gefühl einer ungleichen Partnerschaft besteht. Oft sind auch die Erwartungen hoch, wodurch das Risiko der Enttäuschung steigt.

Pflicht zur Innovation

Dabei sind Start-ups und Konzerne geradezu zur Zusammenarbeit verdammt. „Große Unternehmen versprechen sich davon derzeit, das eigene Geschäftsmodell schneller und besser zu digitalisieren. Start-ups erhoffen sich wichtige Marktzugänge“, sagt BCG-Partner Michael Brigl. In Österreich habe erst die Hälfte der ATX-Unternehmen Kooperationen in die Praxis umgesetzt.

Unterschiedliche Vorstellungen

Noch scheitern viele Kooperationen an unterschiedlichen Vorstellungen. Große Unternehmen müssen lernen, Zugang zu Ressourcen sicherzustellen und Pilotprojekte mit dem Start-up zu definieren. Start-ups müssen deutlich machen, welchen Mehrwert sie bringen und zeigen, wie ihre Beiträge helfen, Ziele zu erreichen, so die Studie.

Spannender weise habe ich genau zu diesem Thema letzte Woche bei der Green-Kooperation Konferenz einen Workshop gemacht.

Ziel dieses Workshops war es, die Bedingung der Entstehung von Kooperation herauszuarbeiten, um geeignete Maßnahmen ergreifen zu können, die die Entwicklung der Kooperation fördern.

Robert Axelrod analysiert in seinem Buch „Die Evolution der Kooperation“ unter welchen Bedingungen Kooperation in einer Welt von Egoisten entstehen kann.

Axelrod untersucht die Frage mit Hilfe des Gefangenendilemmas. Das Gefangenendilemma ist ein Spiel mit zwei Spielern, von denen jeder zwei Entscheidungsmöglichkeiten hat, nämlich zu kooperieren oder nicht zu kooperieren. Jeder muss seine Wahl treffen, ohne zu wissen, wie der andere sich verhalten wird. Das Gefangenendilemma ist eine abstrakte Formulierung einiger sehr verbreiteter und interessanter Situationen, in denen Defektion (nicht kooperatives Verhalten) für jede Person individuell am vorteilhaftesten ist, während andererseits jeder durch wechselseitige Kooperation besser gestellt wäre. Solche Situationen erleben wir im wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Handeln immer wieder.