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Digitalisierung ist Komplexitätsmanagement

Digitalisierung ist Komplexitätsmanagement

Mit dem Steinzeithirn in die Digitalisierung

Menschen sind in komplexen Situationen meist überfordert. Dies hat vielfältige Gründe – die Wurzel liegt aber zumeist in der menschlichen Biologie, konkret Gehirnstruktur.

Dietrich Dörner[1] beschreibt in seinem Buch „Die Logik des Misslingens“:

„… dass ein Akteur in einer komplexen Handlungssituation einem Schachspieler gleicht, der mit einem Schachspiel spielen muss, welches sehr viele … Figuren aufweist, die mit Gummifäden aneinander hängen, sodass es ihm unmöglich ist, nur eine Figur zu bewegen. Außerdem bewegen sich seine und des Gegners Figuren auch von allein, nach Regeln, die er nicht genau kennt oder über die er falsche Annahmen hat. Und obendrein befindet sich ein Teil der eigenen und der fremden Figuren im Nebel und ist nicht oder nur ungenau zu erkennen.“

Die Gehirnstruktur des heutigen Menschen entspricht der Gehirnstruktur des jungsteinzeitlichen Jägers und Sammlers, der in Familienhorden lebte, Feuer besaß und zu komplexem Werkzeuggebrauch fähig war. Die Komplexität der damaligen Situationen ist aber keineswegs mit der Komplexität heutiger Situationen vergleichbar.

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Lernlust

Lernlust

Was ein Top-Manager und ein Neurobiologe zu den Anforderungen an unsere individuelle und berufliche Zukunft sagen:

Topmanager Peter M. Endres:

  • In Sachen Beziehung gelten in der Firma die gleichen Regeln und Gesetze wie im Privatleben.
  • Emotionen gehören an den Arbeitsplatz, denn nur so machen wir nachhaltige Erfahrung.
  • Der Verzicht auf „Politik“ in der Firma bringt einen Wettbewerbsvorteil.
  • Mentoring-Programme sind dann erfolgreich, wenn ehrliches Interesse und eine gemeinsame Zielsetzung vorhanden sind.
  • Das Unternehmensziel „enge Vernetzung von möglichst unterschiedlichen Mitarbeitern“ sollte auf Platz eins stehen. Wachstum und Ertrag sind ein Ergebnis.
  • Gute Netzwerke in der Firma bringen Erfahrungen, die unter die Haut gehen und die uns ein Leben lang begleiten. Auf dieser Basis entsteht Gemeinsinn, der einen Wettbewerbsvorteil darstellt.

Neurobiologe Gerald Hüther:

  • Unser Gehirn ist ein soziales Konstrukt
  • Jeder einzelne Mensch ist einzigartig, aber jeder ist erst durch andere zu dem geworden, was er ist.
  • Psychosoziale Kompetenz ist die Schlüsselkompetenz für die Entfaltung individueller Potenziale.
  • Unser Gehirn hat längst eine Lösung für das Wachstumsproblem moderner Gesellschaften gefunden: Nicht durch Größenzunahme, sondern durch fortwährende Intensivierung der Beziehungsgeflechte zwischen den Nervenzellen ist unbegrenztes Wachstum möglich.
  • Gemeinschaften, die durch äußeren Druck zusammengehalten werden, zerfallen wieder, sobald dieser äußere Druck nachlässt.
  • Um die in ihnen angelegten Potenziale entfalten zu können, brauchen menschliche Gemeinschaften eine sinnbietende Orientierung.

Also Lernen und Arbeit sollten Sinn machen – diesen Sinn kann jede(r) in sich und in seinem Umfeld schaffen – es ist zwar vielleicht nicht immer ganz einfach, aber es geht.

Fortsetzung folgt!