Mitarbeiterzufriedenheit 4.0: So binden Sie gute Mitarbeiter

Gute Mitarbeiter finden und behalten ist Teil des Unternehmenserfolgs. Aber was erwarten Mitarbeiter heute? Was hat sich geändert? Diese sechs Tipps helfen Ihnen weiter.

Die Bedürfnisse von Arbeitnehmern haben sich verändert. Das verlangt eine neue Führungskultur.

Haben wir einmal gute Mitarbeiter, möchte wir, dass sie uns möglichst lange erhalten bleiben. Sie sind eine wichtige Stütze im täglichen Tun – und sie kosten Geld, wenn sie gehen: 14.900 Euro sind die durchschnittlichen Kosten für Mitarbeiter*innen, die ein Unternehmen verlassen. Das hat das Internationale Management- und Strategieberatungs-Unternehmen Deloitte in einer Analyse festgestellt.

Mitarbeiter wechseln immer häufiger

Doch warum verlassen Mitarbeiter ein Unternehmen? Die Frage lässt sich heute schwerer beantworten, als noch vor 10 Jahren: Die Bedürfnisse und das Selbstverständnis von Mitarbeitern haben sich seither geändert. Nur eines steht fest: Die Fluktuationsrate steigt stetig an. Deshalb ist es für Unternehmer wichtig sich frühzeitig dieses Problems bewusst zu werden und ihren Führungsstil in Frage zu stellen.

Die vier wichtigsten Gründe für den Austritt aus den Unternehmen sind: die Führung (19%), das Gehalt (18%), die Aufstiegsmöglichkeiten (17%) und zu wenig positive Mitarbeitererlebnisse (13%).

Die Arbeitswelt im Wandel

Die zunehmende Nutzung digitaler Geräte bringt radikale Veränderungen mit sich. Die Digitalisierung erhöht die Komplexität und die Geschwindigkeit von Prozessen. Arbeitsbedingungen wechseln schnell, langjährige Berufe verschwinden, neue Chancen entstehen.

Unsere Welt wird immer mehr „VUCA“:

Volatil (unberechenbar)
Uncertain (unsicher)
Complex (komplex)
Ambigue (mehrdeutig)

Die Folge: Auch die Bedürfnisse von Arbeitnehmern haben sich verändert. Das führt zwangsläufig zu einer neuen unternehmerischen Kultur und diese bedarf einer neuen Führungskultur.

Grundbedürfnisse der Mitarbeiter

Gerald Hüther und Sebastian Purps-Pardigol definieren in ihrem Buch „Führen mit Hirn“ zwei Grundbedürfnisse des Menschen:

  • Zugehörigkeit – Menschen möchten sich verbunden fühlen.
  • Entfaltung und Gestaltung – Menschen möchten sich einbringen.

Die Führung muss also die Balance zwischen strategischer Ausrichtung und Mitarbeiter*innen-Kultur schaffen. Zudem ist es wichtig, ein Klima des Vertrauens aufzubauen und zu erhalten.

Tipp 1: Das Unternehmen ist eine Familie und nicht der feindliche Dschungel

Im Unternehmen ist das Gefühl von Zugehörigkeit ein wichtiger Stellhebel für Wohlbefinden. Lassen Sie zu, dass professionelle Bindungen entstehen und fördern Sie das Vertrauen ineinander.

Tipp 2: Die Magie der Vorbildwirkung

Als Führungskraft haben Sie für Ihre Mitarbeiter*innen eine Vorbildfunktion. Grund genug, ehrlich, authentisch und kooperativ auf Menschen zuzugehen. Das gilt besonders in Bezug auf Fehler. Vermitteln Sie das Gefühl, auch einmal Fehler machen zu dürfen. Denn Fehler sind Lerngutscheine. Wer aus Fehlern lernt, macht es beim nächsten Mal besser, sofern er ein vertrauensvolles Umfeld vorfindet, in dem auch die Führungskraft Fehler eingesteht – und daraus lernt.

Tipp 3: Motiviertheit statt Motivation

Das menschliche Belohnungssystem ist aktiv, wenn Aussicht auf Erfolg besteht. Erfolg, der mir nicht in den Schoß fällt, sondern für den ich mich schon anstrengen muss, der mich aber auch nicht überfordert. Öffnen Sie Ihrem Team Räume und zeigen Sie Grenzen.

Tipp 4: Wenn Du es eilig hast, gehe langsam

Krisen haben mit der VUCA-Welt vieles gemeinsam: Sie sind meist überraschend, komplex und oft überfordernd. Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Krisenmanagement können helfen, Komplexität zu handhaben: recherchieren, strukturieren, portionieren, … Machen Sie bewusst einen Schritt nach dem anderen.

Tipp 5: Individuelle Spezialisierung statt Einheitsbrei

Fördern Sie die unterschiedlichen Talente und Fähigkeiten Ihrer Mitarbeiter. Je unterschiedlicher das Team, desto besser sind Sie für die Herausforderungen von morgen gewappnet.

Tipp 6: Im Zeitalter des Unbewussten / der Intuition

Viele Aufgaben werden immer komplexer, doch unser Gehirn kann maximal 7+/-2 Bedeutungseinheiten gleichzeitig aktiv haben. Deshalb führt ein Mehr an Faktenwissen nicht immer zu besseren Entscheidungen. Trauen Sie sich und Ihrem Team auch intuitive Entscheidungen zu.

 

Weiterführende Literatur:

Joachim Bauer (2013): Arbeit: Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht. Blessing Verlag.

Nathaniel Branden (2009). Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls. Erfolgreich und zufrieden durch ein starkes Selbst. Piper Nathaniel Branden (2009). Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls. Erfolgreich und zufrieden durch ein starkes Selbst. Piper

Daniel Goleman (2007): Emotionale Intelligenz. 19. Aufl. dtv Daniel Goleman (2007): Emotionale Intelligenz. 19. Aufl. dtv

Christian Holzer (2013): Unternehmenskonzepte zur Work-Life-Balance. Publicis Christian Holzer (2013): Unternehmenskonzepte zur Work-Life-Balance. Publicis

Petra Jenner (2012): Mit Verstand und Herz – Authentisch und erfolgreich: Führungskraft ist weiblich. Ariston Petra Jenner (2012): Mit Verstand und Herz – Authentisch und erfolgreich: Führungskraft ist weiblich. Ariston

Daniel F. Pinnow (2011): Führen. Worauf es wirklich ankommt. 5. Auflage. Gabler Daniel F. Pinnow (2011): Führen. Worauf es wirklich ankommt. 5. Auflage. Gabler

Stefanie Widmann und Martin Seibt (2011): Kooperation. Wegweiser für Führungspersonen, Trainer und Berater. Publicis